Die Kacke ist am Dampfen 💩– Umweltfreundliche Alternativen zum Kotbeutel

Scheiße, immer diese Scheiße…Die aufgesammelt wir aufsammeln müssen. Seit vielen Jahren machen wir das – mit den berühmten meist schwarzem kleinen Kotbeutel. Aber, ist das eigentlich noch zeitgemäß? Wir diskutieren über das Plastik am Supermarkt-Gemüse, verbieten Einweg-Strohälme oder Besteck, aber die Beutelchen aus dem schlecht abbaubaren Kunststoff sind weiterhin im täglichen Einsatz. Und die Menge der pro Jahr verbrauchten Beutel ist nicht unerheblich. Gehen wir von 3 verbrauchten Tüten pro Tag bei knapp 80.000 Hamburger Hunden aus, macht das allein in Hamburg einen Jahreskonsum von 87,6 Millionen Beuteln.

Manchmal sieht man die vollen Kotbeutel dann achtlos im Gebüsch liegen – so geht jedweder Sinn der Sache verloren. Denn Kot, der normalerweise binnen zehn Tage verrottet, braucht in diesem Plastiksäckchen Jahrhunderte. Wer also ohnehin nicht vorhatte, die Tüte mit den Hinterlassenschaften seines Hundes in den Müll zu werfen, kann es auch gleich sein lassen. Das ist auf alle Fälle deutlich umweltfreundlicher, nur blöd deinen Mitmenschen gegenüber. Wirst du bei dieser Nachlässigkeit erwischt, ist außerdem ein Bußgeld zu zahlen. So sieht es die Kotbeseitigungspflicht vor.

👩‍🏫💬 500 Millionen Kotbeutel werden insgesamt pro Jahr in Deutschland verbraucht.

Alternativen zur Plastiktüte

Aber schlaue Köpfchen haben sich bereits viele Gedanken über diese Problematik gemacht und es gibt bereits einige Produkte aus „Biomaterial“, biologisch abbaubar. Aber, macht das überhaupt Sinn? Denn: Volle Kotbeutel dürfen niemals in den Biomüll geworfen werden. Im Kot von Hunden könnten sich nämlich Parasiten befinden. Im Biomüll oder auf dem Kompost gelandet, besteht die Gefahr, dass die Parasiten sich vermehren und z.B im Düngemittel landen, mit dem unsere Nahrung gedüngt wird. Öffentliche Mülleimer sind größtenteils ohnehin schlichte Restmülltonnen.
Neben den Tüten aus Biomaterial, gibt es auch noch Tütchen aus recyceltem Kunststoff. 

Obwohl man keine der beiden Varianten in den Biomüll schmeißen darf, sind die umweltfreundlichen Alternativen sehr sinnvoll. Plastik wird aus der knappen Ressource Erdöl hergestellt. Tüten, die nicht extra aus neuem Plastik hergestellt werden müssen, mindern dieses Problem also schonmal, oder?

Recycelter Kunststoff, Maisstärke oder Papier?

Leider ist keine der Alternativen zum herkömmlichen Tütchen „perfekt“. Alle Tüten haben den Nachteil, dass sie nicht recycelt werden können, da sie im Restmüll landen. Recycelter Kunststoff kann somit nicht nochmal recycelt werden, wie er es vielleicht bei einer anderen Art der Weiterverwertung werden könnte. Ausgangsbasis bleibt meistens Plastik, das weiterhin für die Erstverwertung extra produziert werden muss und oft um die halbe Welt geschippert wird. Bei der Verbrennung kommt es außerdem zum Ausstoß von CO2.

Bei Kottüten aus nachwachsenden Rohstoffen muss man sehr genau hinschauen. Es gibt Kotbeutel, die zwar zum Teil aus Biomaterial bestehen, aber eben nicht zu 100 % und die dann leider doch Plastik enthalten. Die Produkte von Organic Dog Life sind beispielsweise zu 100 % plastikfrei und (theoretisch) kompostierbar  Der Hersteller achtet außerdem darauf, Ökostrom zu verwenden und wickelt den kompletten Zahlungsverkehr Zahlungsverkehr über eine sozial-ökologische Genossenschaftsbank ab. Allerdings: Die Produkte werden in China hergestellt.

Erfrage außerdem, woher die Rohstoffe gewonnen werden. Der Anbau von Mais kann u.U Umweltschäden verursachen.

Bei Tütchen, die aus Papier hergestellt werden, ist es wichtig, dass diese aus Altpapier hergestellt wurden. Denn die Papierproduktion selbst ist kein umweltfreundlicher Prozess. Allerdings wird bei der Papierverbrennung kein CO2 ausgestoßen. Jedoch landet auch diese Art von Kotbeutel im Restmüll und wird somit mit sämtlichen anderen (Kunst-)stoffen verbrannt.

Übersicht
Art Vorteile 👍🏼 Nachteile 👎🏻
konventionelle Tüte kostenlos Plastik
Tüte aus recyceltem Kunststoff bereits verwertete Kunststoffe, keine langen Produktionsketten Plastik muss für die Erstverwertung hergestellt werden, mit hoher CO2-Belastung verbunden, relativ günstig
Tüte aus biologisch abbaubarem Material / kompostierbar hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen Nicht alle nachwachsenden Rohstoffe werden umweltfreundlich angebaut, wird oft aus fernen Gegenden importiert, Tüten oft nicht so günstig
Tüte aus Altpapier bereits verwertetes Papier, keine langen Produktionsketten Papier muss für die Erstverwertung hergestellt werden, mit hoher CO2-Belastung verbunden, Tüten meistens teuer und tlw. unpraktisch
Kostenfaktor

Wer mit seinem Hund nachhaltiger leben möchte, muss im Fall der Beutel-Alternativen leider auch mehr Geld ausgeben. Während die konventionellen Beutel in der Stadt Hamburg kostenlos sind, muss man für die nachhaltigere Variante bezahlen.

Konventionelle Beutel der Stadt Hamburg kostenlos
Konventionelle Beutel im Fachgeschäft ca. 46 Cent pro Rolle (20 Tütchen)
Beutel aus recyceltem Kunststoff ca. 70 Cent pro Rolle (12 Tütchen)
Beutel aus Biomaterial ca. 80 Cent pro Rolle (15 Tütchen)
Papier 7,30 für 25 Papietüten
Fazit

Ein 100 % umweltfreundliches Kottütchen gibt es leider (noch) nicht. Irgendeinen Minuspunkt muss man immer in Kauf nehmen. Jede Alternative zum herkömmlichen Beutelchen ist jedoch schonmal ein Gewinn. Es zeigt sich, dass die besten Alternativen jene aus recyceltem Kunststoff (günstig, keine globale Produktion) sind sowie die Tüten aus Biomaterial. Bei beiden muss man jedoch ganz genau gucken, wie hoch der Anteil des verwendeten recycelten Material/Biomaterials tatsächlich ist. Denn nicht selten entpuppen sich Werbeversprechen als reines Greenwashing.

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