Ist Hamburg eine hundefreundliche Stadt?

Anfang 2018 wurde in Hamburg eine Rekordzahl an Hunden gemeldet. Und vor wenigen Wochen veröffentlichte das Abendblatt sogar eine neue Zahl: 85.000 Hunde leben in der Stadt. Doch was bedeutet es eigentlich für den Hund, in einer Millionenmetropole zu leben? Sind nicht Verkehrslärm und Trouble der Großstadt eine Reizüberflutung? Können unsere Hunde das verarbeiten? Zunächst einmal: Als Hamburger*in wird man wissen: Es gibt durchaus grüne und ruhige Orte – auch inmitten der Stadt. Hamburg ist – gemessen an der Einwohner*innenzahl – die grünste Stadt Deutschlands und auch weltweit unter den Top Ten was das betrifft. Ja, wir haben viele Parks und die sind oft nicht unweit vom Zentrum entfernt (Stadtpark, Hammer Park, Horner Park…). Doch wir wollen natürlich vor allem Flächen für unsere Hunde. Davon könnte es mehr geben. Die vom Senat beschlossene Regelung, dass alle zwei Kilometer eine Hundeauslauffläche existieren soll, wird derzeit leider noch  nicht eingehalten.

In Hamburg ist ein schönes Hundeleben möglich

Ich denke jede*r wird mir beipflichten; ein Hund der tagtäglich nur Beton unter seinen Pfötchen spürt und womöglich noch an einer viel befahrenen Straße wohnt und selten frei laufen kann, genießt kein schönes Leben. Aber es ist auch in der Stadt machbar, dem Tier ein gutes Hundeleben zu ermöglichen; also Stellen zu suchen, an denen Freilauf möglich ist, an denen der Hund soziale Kontakte knüpfen kann ohne dass die Stellen überlaufen sind. Und damit ist eben nicht nur die nächste Hundewiese gemeint. Es gibt wunderschöne Wege an Alster & Elbe oder am Stadtrand über Feldmark und durch Wälder (okay, ist dann vielleicht manchmal nicht mehr ganz Hamburg). Dank Leinenbefreiung ist es auch innerhalb Hamburgs möglich, den Hund hier laufen zu lassen. Und genau wie bei uns Menschen ist es auch für den Hund ein Unterschied, ob er in einer Großstadt und mit ihren Reizen bereits aufwächst oder plötzlich hinein kommt und reizüberflutet ist – dann sollte man ihn langsam dran gewöhnen. Und auch da reagiert natürlich jeder Hund ganz anders. Hier helfen Hundetrainer*innen.

Die Etagenwohnung & Treppen

Auch das ist ein Problem der Stadt. Gut, nun wird regelmäßig darüber gestritten, ob Treppen gehen für Hunde wirklich schädlich ist oder nicht. Es gibt eine Empfehlung, zumindest jene Hunde keine oder sehr wenig Treppen steigen zu lassen, die sich noch im Wachstum befinden. Außerdem sollten Hunde, die im Verhältnis zur Länge ihrer Beine einen langen Rücken haben (Beispielsweise Dackel, Französische Bulldogge, Pekingese, Basset Hound), möglichst gar keine Treppen gehen, da es sie sehr stark belastet und zu Bandscheibenvorfällen kommen kann. Und generell sollte man es mit Treppen nicht übertreiben. Wer im fünften Stock ohne Aufzug wohnt und mehrmals mit seinem Hund auf und ab geht, sollte sich doch lieber eine tiefer gelegene Wohnung suchen. Klar, mit Hund ist es sowieso schon schwieriger, eine Wohnung zu finden – aber lieber länger suchen und einen gesunden Hund haben. Im Übrigen treffen wir auch draußen im städtischen Gebiet immer mal wieder auf Treppen – was kein Problem ist, solange der Hund nicht übermäßig viele Stufen nehmen muss.

Hundedreck

Manche Nicht-Hundemenschen schauen argwöhnisch auf die steigende Anzahl an Hunden in Hamburg. Vielleicht befürchten sie noch mehr Dreck. Leider beseitigen viele Besitzer*innen den Kot ihrer Hunde nicht und das geht dann auch oft auf die Kosten anderer, da die Meckermenschen zuweilen nicht zwischen den Hundebesitzer*innen differenzieren. Gassi-Beutel gibt es übrigens bei jedem BUDNI for free. Denn wir kennen das alle: Auf die Gassibeutel-Stationen ist kein Verlass, oft sind sie leer, obwohl sie regelmäßig befüllt werden. Also mehr Hude = mehr Dreck, diese Rechnung geht hoffentlich nicht auf.

Fazit

Es lässt sich durchaus mit Hund in Hamburg gut leben. Nicht unbedingt auf der Reeperbahn im vierten Stock, aber gerade in Randbezirken ist oft der nächste schöne Wald nicht weit. Die niedrige Hundesteuer ist attraktiv, die Leinenbefreiung ermöglicht Freiheit – und nette Menschen lernt man auf mit Hund auf jeden Fall auch kennen. Es spricht also fast nichts gegen Hunde in Hamburg.

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