Mit „Kampfhund“ in Hamburg

Vorab: Hunde aufgrund ihrer Rasse bestimmte Aggressivität zu unterstellen, ist ziemlich willkürlich – aber darum soll es hier zunächst nicht gehen. 

 

Was bedeutet es, mit einem Listenhund in Hamburg zu leben? Vielleicht erinnern sich einige noch: Im Jahr 2000 töteten ein Pitbull und ein Staffordshire-Terrier den sechsjährigen Volkan in Wilhelmsburg. Daraufhin wurde später das deutsche Hundegesetz eingeführt. Hier werden auch „gefährliche Hunde“ bzw. „Listenhunde“ kategorisiert. In Hamburg wird differenziert zwischen „gefährlichen Hunden“ und „gefährlichen Hunden, die von dieser Kategorisierung jedoch befreit werden können, wenn sie den Wesenstest bestehen. 

Listenhunde

Gefährliche Hunde

  • American Pittbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bullterrier*
  • sowie Mischlinge mit diesen Rassen gelten immer als gefährliche Hunde.

Gefährliche Hunde, Möglichkeit der Befreiung

  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino,
  • Dogue de Bordeaux,
  • Fila Brasileiro,
  • Kangal
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Mastiff,
  • Mastin Español,
  • Mastino Napoletano,
  • Rottweiler*
  • Tosa Inu
  • entsprechende Mischlinge

Weiterhin können Hunde individuell als „gefährlich“ eingestuft werden. Dies kann beispielsweise nach Beißvorfällen geschehen.

Wann darf ich einen Listenhund halten?

Grundsätzlich gilt, dass es verboten ist, gefährliche Hunde zu halten. Es braucht also eine spezielle Genehmigung, um einen Listenhund zu halten. Die Hürden für eine solche Genehmigung sind hoch und auch die fortwährenden Auflagen sind nicht zu unterschätzen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass in Hamburg wesentlich weniger Hunde gemeldet sind, als im Stadtbild wahrgenommen werden.

Im Folgenden eine Übersicht darüber, woraus diese Auflagen bestehen:

Der Hund…

  • muss eine Haftpflichtversicherung haben.
  • muss gechipt sein.
  • muss operativ kastriert sein
  • darf keine Gefahr für Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter darstellen.
  • darf nicht aus illegaler Haltung oder illegalem Import kommen.
  • muss außerhalb der eigenen Wohnung einen Maulkorb, eine reißfeste Leine und ein Halsband tragen. Eingezäunte Grundstücke Dritter: Entscheidet der Inhaber/die Inhaberin.

Der Halter…

  • muss das Interesse nachweisen, einen gefährlichen Hund halten zu wollen.
  • muss zuverlässig sein.
  • muss regelmäßige Schulungsveranstaltungen besuchen.
  • muss mit dem Hund eine von der Behörde für geeignet gehaltene Hundeschule besuchen.
  • muss ein Gesundheitszeugnis vorlegen, dass belegt, das er in der Lage ist. + 1 weitere Person.
  • Gesundheitszeugnis Halter + 1 weitere Person. Führer braucht Bescheingung.
  • Info bei Auflage: Info bei Tod/Abgabe Hund, neue Anschrift, Haftpflichtversicherer-Wechsel.
  • Bescheinigung Antragsstellung/Erlaubnis muss stets im Original bei Ausführen des hundes mitgeführt werden.
  • nur 1 gefährlicher Hund pro Person darf geführt werden.

Es gibt Personen, die von der Haltung gefährlicher Hunde kategorisch ausgeschlossen werden. Darunter fallen Personen, die in den letzten fünf Jahren straffällig geworden sind, Minderjährige, Alkohol/ Drogen-/ Arzneimittelabhängige, psychisch kranke Personen sowie geistig oder seelisch behinderte Personen.

 

**Vorschriften für Bullterrier und Rottweiler:

  • Freistellungen für Bullterrier und Bullterriermischlinge, die nach der alten Hamburger Hundeverordnung (vor dem 1. April 2006) erteilt worden sind, gelten weiter.
  • Rottweiler und Rottweilermischlinge müssen seit 1. April 2006 mit Maulkorb und Leine geführt werden, solange für den Hund keine Freistellung von der Erlaubnispflicht vorliegt. Freistellungen sind möglich, wenn der Hund einen Wesenstest bestanden hat. Darüber hinaus müssen diese Hunde unverzüglich beim zuständigen Verbraucherschutzamt angemeldet werden.

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