Jetzt fahr’n wir an den See, an den See, jetzt fahr’n wir an den See

Mit Hund baden. Juhu, endlich Sommer! Lange haben wir darauf gewartet und das letzte Wochenende hat uns das erste richtig sommerliche Wetter beschert.  Für einige unserer Vierbeiner (ja, teilweise auch für uns) war das ganz schön anstrengend. Gerade Hunde mit dickem Fell leiden unter heißem Wetter. Sicherlich haben einige von euch erlebt, wie sich der Hund auf kalte Steinböden gelegt hat oder sich lieber nach drinnen – ins Kühle – verkrochen hat, anstelle die Sonne zu genießen.  Trotzdem muss der Hund natürlich seine Gassirunden drehen – umso schöner, wenn man die Möglichkeit hat, dem Hund etwas Abkühlung an einem See zu verschaffen. Doch beim Badespaß sollten einige Dinge beachtet werden.

Zunächst sollte der Badeort gut ausgewählt sein. In den heißen Monaten ist besonders bei stehenden Gewässern wie Seen Obacht geboten. Denn diese sind ein guter Nährboden für Bakterien. Und diese Bakterien können dem Hund ganz schön zusetzen, indem sie in seine Haut eindringen und für Hautentzündungen sorgen. Doch woran erkennt man einen „infizierten“ See? Leider gar nicht. Denn selbst sauber scheinendes Wasser kann Gefahrenquellen bergen. Daher ist es besser, sich vorher über die → Wasserqualität zu informieren.

Richtig gefährlich wird es bei Blaualgen. Diese sorgen für eine grünlich-bläuliche Verfärbung des Wassers und Hunde sollten von „verseuchten“ Seen fern gehalten werden. Nimmt der Hund etwas von diesem Wasser zu sich, kann das zu Vergiftungen führen.
Weiterhin ist es ratsam, die Badestelle im Bezug auf Plastikteile oder spitze Gegenstände vorher gut zu inspizieren. Denn wir wollen ja nicht, dass unser Liebling auf etwas Spitzes tritt und sich womöglich die Pfötchen aufratscht.

In Kürze gibt es hier eine Übersicht über Badestellen in Hamburg, an denen Hunde (und Mensch) sich im Wasser vergnügen können.

Mit Hund baden: „Regeln“ während des Vergnügens

Viele Regeln, die für Menschen gelten, können 1:1 auf den Hunde-Planschspaß übertragen werden.

Nicht mit vollem Magen schwimmen.

Ja, wenn der Hund sich gerade den Bauch voll geschlagen hat, sollte erst einmal abgewartet werden, bis der Hund baden geht. Denn nach dem Essen benötigt der Magen-Darmtrakt das Blut für die Regulierung der Verdauung. Insbesondere wenn das Badewasser kalt ist, können die Extremitäten nach dem Fressen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, was wiederum Schwächezustände verursachen kann. Außerdem wird beim Baden das Wasser quasi auf den Bauch des Hundes gedrückt – der Mageninhalt wird nach oben geschoben und drückt von unten gegen die Spitze des Herzens. Der Hund ist somit kraftloser als im „Normalzustand“. Aber sowieso gilt: Mit vollem Magen sollte der Hund erstmal ruhen und nicht großartig herumtoben. Das kann ansonsten nämlich zu Magendrehungen führen. Das gilt insbesondere für Hunde mit einem tiefen und schmalen Brustkorb.

Hitzeschock vermeiden.

Haben wir als Kinder an heißen Tagen nicht alle mal den ermahnenden Satz im Freibad gehört: „Mach dich erst langsam nass, spring nicht direkt ins Wasser“? Denn macht man das nicht, kann es zu einem Hitzeschock kommen. Und was jedes Kind weiß, gilt auch für Hunde: Der Hund sollte sich an heißen Tagen langsam an die Wassertemperatur heran tasten. Natürlich ist das bei einigen Hunden Wasserratten sehr schwierig. Daher ist es ratsam, den Hund erst an der Leine zu lassen und mit ihm erstmal gemeinsam ans Wasser zu gehen. Hat er sich mit Pfötchen und Beinchen an das Wasser gewöhnt, steht dem ausgiebigen Plantschen nichts mehr im Wege.

Eincremen.

Jupp, auch unsere Fellnasen können Sonnenbrand bekommen. Gerade jene mit sehr dünnem, hellen Fell oder hellerer Haut sind empfindlich. Auch rosafarbene Stellen (oftmals ums Näschen herum) sollten gut eingecremt werden.
Allerdings: Unsere Menschen-Sonnencreme enthält oft Silikone, Farb- und Duftstoffe oder sonstiges unnötiges Zeug, weshalb besser zu einer wasserfeste Hunde-Sonnencreme gegriffen wird. Und es ist wie bei uns Menschen: Die Creme erst einziehen, für eine optimale Wirkung muss der Hund also schon etwa 20 Minuten vor dem (Sonnen)bad eingecremt werden. 

Umgekippt.

Wenn der See „gekippt“ ist, dann badet man als Mensch nicht mehr darin, weil es gesundheitsgefährdend ist. Gleiches gilt auch für Hunde. Doch woran erkennt man einen umgekippten See? Mehrere Anzeichen können auf diesen Zustand hindeuten:

  • Das Wasser ist trüb oder verfärbt
  • auf dem See hat sich eine Algendecke gebildet
  • der Wassergrund ist selbst am Ufer nicht zu sehen
  • es riecht nach Schwefel und Methan
  • in der Nähe des Sees sind landwirtschaftliche Flächen (und Gülle oder Dünger sind evtl. ins Wasser gelangt)
  • viele Vögel haben das Wasser verunreinigt (daher sollten auch Gewässer mit vielen Vögeln gemieden werden

Treffen nur wenige dieser Punkte auf einen See zu, ist das Baden in diesem zu vermeiden. 

Weitere Hinweise

Nicht zu kalt

Da die Muskeln verkrampfen können, sollten Hunde nicht in zu kaltem Wasser baden. Ein Ostseebad im März ist beispielsweise nicht empfehlenswert.

Gräben oder Pfützen sind keine guten Badestellen.

Hier tummeln sich viele Bakterien. Deshalb sollten Hunde aus ihnen ebenfalls nicht trinken. In schlimmen Fällen kann das zu Leptospirose führen.

Es gibt Hunde, die grundsätzlich nicht Schwimmen sollten.

Ihr Körperbau ist dafür schlicht nicht geeignet. Das betrifft: 1.Hunde, die durch das Baden Probleme mit den Ohren bekommen. 2. Hunde mit sehr kurzen Schnauzen – denn sie können schlechter atmen, was beim anstrengenden Schwimmen gefährlich werden kann. 3. Hunde mit kurzen Pfoten und schwerem Körper. Sie müssen bei leistungsschwächerem Antrieb mehr Gewicht tragen als andere Hunde beim Schwimmen. Hunde die unter Punkt 2. oder 3. fallen können natürlich trotzdem etwas Plantschen. Aber lieber nur unter strenger Aufsicht und am Ufer, wo sie noch stehen können – quasi wie bei Kleinkindern. 

Fließende Gewässer

Auch fließende Gewässer können eine nette Abkühlung sein. Vor Allem nach starken Regenfällen sollten diese aber gemieden werden. Denn dann können Düngermittel oder Gülle von landwirtschaftlichen Flächen in die Flüsse gespült werden. Ebenso ist es möglich, dass Abwasser aus Kanalisationen in die Flüsse gelangt. Hinzu kommt die Strömung. Es sind schon kleine Hunde beim Baden von Strömung weggerissen worden. Daher ist es besser, nur gekennzeichnete Badestellen aufzusuchen und auch hier extrem gut aufzupassen.

Ab ans Meer! Aber Salzwasser…

Es soll nicht an den See, sondern lieber an die See gehen? Auch ein schönes Ziel und von Hamburg ist man wirklich -sofern man gut durchkommt- schnell an der Ostsee. Doch aus dieser trinken sollten die Hunde nicht – das kann zu Bauschschmerzen, Durchfall und Erbrechen führen. Viele Hunden finden den Geschmack sowieso ekelhaft und probieren es gar nicht erst noch einmal, nachdem sie festgestellt haben, dass das Wasser „irgendwie anders“ schmeckt. 
Nach dem Baden im Salzwasser empfiehlt es sich zudem, den Hund mit Süßwasser abzuspülen – denn Salzrückstände können die Haut irritieren. Vierbeiner, die eine empfindliche Haut oder Hautekzeme haben, kann ein Meeresbad allerdings auch sehr gut tun.

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